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Was kostet eine App? So rechnet deine Agentur Preis und Stundensatz

Kurz gesagt

Was eine App kostet, ergibt sich aus geschätzten Stunden mal Stundensatz plus Puffer für Risiko und Abstimmung. Den Stundensatz rechnest du von hinten: Kosten pro Kopf geteilt durch die Stunden, die du wirklich abrechnen kannst, plus Marge. Wer eigenen Code wiederverwendet, kann günstiger anbieten und trotzdem mehr verdienen.

Was eine App kostet, ergibt sich aus drei Zahlen: geschätzte Stunden, Stundensatz und Puffer für Risiko und Abstimmung. Eine einfache App mit wenigen Screens und Standard-Backend ist eine andere Größenordnung als eine Plattform mit Nutzerkonten, Zahlungen und Schnittstellen zu drei Altsystemen. Seriös beantworten kannst du die Frage erst, wenn der Scope beschrieben ist.

Für die Agentur ist die wichtigere Frage die andere: Welcher Stundensatz deckt deine Kosten, und wie erklärst du dem Kunden den Preis?

Wie schätzt man den Aufwand für eine App?

Schätze nie das ganze Projekt am Stück. Zerleg es in Teile, die ein Entwickler in ein paar Tagen bauen kann, und schätze jedes Teil einzeln. Typische Blöcke:

Projektleitung und Abstimmung werden am häufigsten vergessen. Rechne sie als eigenen Block mit eigenen Stunden.

Wie berechne ich meinen Stundensatz als Agentur?

Rechne den Stundensatz von hinten. Die Frage lautet: Was kostet mich eine abrechenbare Stunde?

  1. Volle Kosten pro Entwickler im Jahr. Bruttogehalt, Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung, Arbeitsplatz, Hardware, Lizenzen, Weiterbildung, anteilige Verwaltung und Vertrieb.
  2. Abrechenbare Stunden pro Jahr. Arbeitstage minus Urlaub, Krankheit, Feiertage, interne Termine, Vertrieb und Leerlauf zwischen Projekten.
  3. Selbstkostensatz = volle Kosten geteilt durch abrechenbare Stunden.
  4. Stundensatz = Selbstkostensatz plus Marge.

Die abrechenbaren Stunden sind der Hebel. Jeder Tag ohne Projekt kostet dich den vollen Satz. Wenn weniger Projekte reinkommen, sinkt diese Zahl zuerst.

Festpreis oder nach Aufwand: wie rechnest du den Preis?

FestpreisNach Aufwand
Wer trägt das RisikoDuDer Kunde
PreisStunden × Satz + RisikopufferStunden × Satz, abgerechnet nach Ist
VertragstypMeist Werkvertrag mit AbnahmeMeist Dienstvertrag
VoraussetzungKlarer Scope, PflichtenheftVertrauen, regelmäßige Abstimmung
Wann die Marge leidetBei Scope Creep ohne Change RequestsBei Leerlauf und unbezahlter Abstimmung

Beim Festpreis gehört ein Risikopuffer in die Kalkulation. Wie hoch er sein muss, hängt davon ab, wie gut der Scope beschrieben ist.

Je dünner das Lastenheft, desto größer der Puffer. Was im Pflichtenheft stehen muss, steht in Lastenheft und Pflichtenheft.

Welcher Vertragstyp dahinter steht und was das für Zahlung und Haftung bedeutet, steht in Werkvertrag oder Dienstvertrag. Eine Mischform beschreibt Agiler Festpreis.

Warum sind Angebote für dieselbe App so unterschiedlich?

Kunden vergleichen Angebote und sehen Unterschiede um den Faktor drei. Die Gründe liegen fast nie im Stundensatz allein:

Schreib deine Annahmen ins Angebot. Dann vergleicht der Kunde Leistung mit Leistung.

Wie senkt eigener Code den Preis und erhöht die Marge?

Wer Bausteine schon fertig hat, kann günstiger anbieten und trotzdem mehr verdienen. Ein Beispiel:

Ohne eigene BausteineMit eigenem Login- und Admin-Modul
Stunden für Login und Admin22040 (Anpassung)
Preis bei 95 Euro, nur dieser Teil20.900 Euro3.800 Euro + Lizenz 6.000 Euro = 9.800 Euro
Kunde spart11.100 Euro
Deine Stunden22040

Der Kunde zahlt weniger. Mit 40 Stunden plus Lizenz nimmst du fast die Hälfte dessen ein, was 220 Stunden gebracht hätten, und das Team ist frei für das nächste Projekt.

Das funktioniert nur, wenn der Kunde für den Baustein eine Lizenz bekommt. Die Rechte daran behältst du.

Wie das geht, steht in Softwarelizenz. Was deine fertigen Bausteine wert sind, steht in Was ist Code wert?.

Wie erklärst du dem Kunden den Preis?

Kunden akzeptieren Preise, die sie nachrechnen können. Liefere deshalb mit:

  1. die Liste der Blöcke mit Stunden,
  2. den Stundensatz oder Tagessatz,
  3. die Annahmen zum Scope,
  4. was nicht enthalten ist,
  5. wie Änderungen abgerechnet werden.

Wenn der Kunde den Preis drücken will, verhandle über Scope und Bausteine. Senkst du den Stundensatz, senkst du deine Marge in jedem künftigen Projekt mit diesem Kunden.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den Stundensatz für Softwareentwickler in meiner Agentur?

Nimm die vollen Kosten pro Entwickler im Jahr, also Gehalt, Lohnnebenkosten, Arbeitsplatz, Tools und anteilige Verwaltung. Teile sie durch die Stunden, die du realistisch abrechnen kannst. Die Arbeitsstunden sind dafür die falsche Basis. Auf diesen Selbstkostensatz kommt deine Marge.

Warum sind Angebote für dieselbe App so unterschiedlich?

Weil jede Agentur einen anderen Scope annimmt, andere Risiken einpreist und andere Bausteine schon fertig hat. Erst ein Pflichtenheft macht Angebote vergleichbar.

Festpreis oder nach Aufwand: was ist für eine App besser?

Festpreis passt, wenn der Scope klar beschrieben ist und du das Risiko tragen kannst. Nach Aufwand passt, wenn der Kunde während des Projekts noch entscheiden will. Viele Agenturen kombinieren beides: Festpreis für eine beschriebene erste Version, danach nach Aufwand.

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